Neues Tourismus- und Besucherzentrum 
am Schloss Glienicke geplant

In der Bezirksverordnetenversammlung Steglitz-Zehlendorf vom 19. Juni 2013 wurde das Bezirksamt gebeten, die Möglichkeit zu untersuchen, im Gebäude Königstraße 35 D (Gebäude Alte Konditorei) in Kooperation mit dem Senat, Trägern sozialer Arbeit und/oder privaten Investoren ein Besucherzentrum im Schlosspark Glienicke einzurichten. Im Gegensatz zum Schloss Glienicke, das zur Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg gehört, befindet sich das Ensemble der drei Wirtschaftsgebäude der Adresse Königstraße 35 D und E unter der Verwaltung des Bezirksamtes Steglitz-Zehlendorf. 

Das oben genannte Gebäude „Alte Konditorei“ (35D) sollte zum Anlaufpunkt für touristische Gäste des Bezirkes umgebaut werden und gleichzeitig die Funktion eines Informationscentrums für das Thema „UNESCO-Welterbe-Stätten in Berlin und Potsdam“ übernehmen. Das nach den Plänen von Karl-Friedrich Schinkel gebaute Schloss Glienicke ist trotz seines UNESCO-Status momentan touristisch noch nicht wirklich in Wert gesetzt. Im Schloss finden zwar seit 1997 regelmäßig klassische Konzerte statt, die einen guten Ruf in der nationalen und internationalen Musikszene genießen, diese können jedoch nicht ein touristisches Angebot kompensieren.
Ein Touristisches Informationscentrum / Besucherzentrum ist eine als Anlaufpunkt für Touristen konzipierte öffentliche Einrichtung mit integriertem musealem Charakter, die einen direkten Bezug zu einer lokalen Sehenswürdigkeit oder der unmittelbaren Umgebung hat. Besucherzentren sind in der Regel direkt an Nationalparks, Ausgrabungsstätten, Wahrzeichen, besonderen Kulturlandschaften, UNESCO-Welterbestätten oder Ähnliches angeschlossen. Sie dienen neben der Information der Besucher im integrierten Museum und über Informationsmaterial als zentraler Anlauf- und Ausgangspunkt für Wanderungen, Radrouten oder Führungen und somit der Besucherstromlenkung, mit entsprechender Infrastruktur wie weit räumig ausgeschilderten Straßen, Besucherparkplätzen vor Ort und angegliederter Gastronomie.

In Abgrenzung zu einer Tourist-Information (ehemals auch Fremdenverkehrsamt genannt) vereinigt ein Besucherzentrum mehrere touristische Zwecke an einem Ort und ist in der Regel deutlich größer angelegt, weswegen es häufig selbst als Touristenattraktion konzipiert ist. Zwischen dem Charakter eines Besucherzentrums und dem eines Freilichtmuseums besteht oft ein fließender Übergang.

 

Zur Errichtung eines Touristischen Informationscentrums am Schloss Glienicke sind verschiedene Grundvoraussetzungen notwendig:

  1. Umfangreiches und zweckdienliches Raumangebot
  2. Thematische Orientierung
  3. Zweckgebundenes und gastliches Umfeld ohne Gemengelagen  
  4. Verkehrsgünstige Lage

Um diese Basisvoraussetzungen zu erreichen, bedarf es eines ganzheitlichen Ansatzes.

Das TBZ Glienicke soll künftig (voraussichtlich ab 2022) Besucher über Schloss und Park Glienicke als Teil des UNESCO-Welterbes Berlin-Brandenburg informieren, aber auch über die Bedeutung der Glienicker Brücke, die im Kalten Krieg eine Rolle beim Austausch von Agenten spielte und weltweit als Bridge of Spies bekannt ist (auch durch den gleichnamigen Film von Steven Spielberg). Darüber hinaus werden Remise, Stall und Konditorei wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Derzeit wird nur die Remise vom Bezirk als Wirtschaftshof genutzt. 

Mitwirkende:
Prof. Dr. Frank Schaal
Prof. Jürg Steiner